Nur begrenzter Rückzug Israels aus dem Westjordanland
Im besetzten palästinensischen Westjordanland ist Israel nach den Worten von Vize- Premierminister Ehud Olmert nur zu einem Teilabzug aus den jüdischen Siedlungen bereit. Es sei "möglich, dass sich Israel aus einigen isolierten Siedlungen zurückzieht", sagte Olmert in einem Interview mit dem SPIEGEL. Große Siedlungsblöcke sollten jedoch bestehen bleiben. Als Beispiel nannte Olmert die Großsiedlung Maale Adumim im Osten Jerusalems. Selbst ein Teilabzug könne aber nur Ergebnis von Verhandlungen sein. Einen weiteren einseitigen Plan wie den Gaza-Rückzug schloss er damit vorerst aus. Israel erhebt zudem weiter Anspruch auf ganz Jerusalem und ist Olmert zufolge nicht bereit, die Stadt mit den Palästinensern zu teilen. "Jerusalem wird nie wieder geteilt", sagte Olmert, der seit dem Rücktritt von Benjamin Netanjahu auch amtierender Finanzminister ist. Zur Frage, ob damit den Palästinensern Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres künftigen Staates verwehrt bleibe, sagte Olmert knapp: "Danach sieht es aus." Aus dem innenpolitischen Machtkampf, der sich im regierenden Likud im Streit um den Gaza-Abzug entzündet hat, wird Ariel Scharon nach Einschätzung Olmerts als Sieger hervorgehen. "Ich glaube, dass Israel Scharon erneut einen Wahlsieg bescheren wird, weil auch unsere Bürger von seinem Mut beeindruckt sind." Es sei jedoch noch nicht abzusehen, ob Scharon bei Neuwahlen weiter als Chef des Likud oder möglicherweise mit einer unabhängigen Liste antreten werde.