Künast fordert Öffnung der Grünen für andere Bündnisse
Verbraucherschutzministerin Renate Künast hat sich dafür ausgesprochen, dass die Grünen in der Zukunft auch mit CDU/CSU, FDP und Linkspartei Bündnisse eingehen. "Bei fünf Akteuren im Bundestag werden sich Koalitionen künftig entweder zwischen den zwei Großen bilden, oder Sie brauchen Dreierkonstellationen. Dabei ist keine Konstellation von vornherein ausgeschlossen", sagte die Grünen-Politikerin dem SPIEGEL. "Die alten Verteufelungen wird es schon bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr geben." Für die aktuelle Situation schloss sie ein Bündnis mit der Union jedoch aus. "Die Positionen der CDU sind mit unseren in entscheidenden Bereichen unvereinbar", sagte sie. "Doch die Union fürchtet uns ja schon, weil sie merkt, wie wir mit unseren Themen das städtische Bürgertum ansprechen." Den Rückzug von Außenminister Joschka Fischer aus der Politik bezeichnete Künast als "Chance" für die Grünen. Fischer habe "erkannt, dass Leuten, die für das alte rot-grüne Projekt standen, dieser Geruch anhängen bleibt. Jetzt haben wir die Chance, einen neuen Raum zu betreten", sagte sie. Der Schritt des langjährigen Grünen-Vormanns berge "keine Risiken", so Künast, "wir blicken jetzt nach vorn". Fischer habe "den richtigen Zeitpunkt erwischt".