Zeugenaussagen belasten Dieter Holzer im Ermittlungsverfahren wegen Fluchthilfe für Ludwig-Holger Pfahls
Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Augsburg wegen Fluchhilfe belasten Zeugenaussagen aus Frankreich Dieter Holzer. Der Geschäftsmann wird verdächtigt, zumindest die letzten 19 Monate der mehrjährigen Flucht des Ex-Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls organisiert und finanziert zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erstrecken sich auch auf zwei Franzosen. Vor allem die Aussage des mitbeschuldigten französischen Geschäftsmanns Raymond Le Grand begründen den Verdacht der Ermittler. Nach der Aussage von Le Grand, der auch als Berater einer Holzer-Firma arbeitete, habe Holzer ihn bereits im September 2002 gefragt, ob er für einen Freund eine Wohnung auf seinen eigenen Namen anmieten könne. Er habe dann Pfahls erstmals an Heiligabend 2002 in der Nähe von Paris getroffen. Bis zu der Festnahme von Pfahls am 13. Juli 2004 habe er dann über Zeitmietverträge mehrere Wohnungen und Häuser für ihn in Paris und in der Bretagne angemietet. Die Miete habe er von Pfahls erhalten. Allein die Anmietung der Wohnungen während des 19-monatigen Aufenthaltes in Frankreich habe einen hohen fünfstelligen Betrag gekostet. Wer den Unterhalt von Pfahls bezahlt hat, will Le Grand laut Aussage nicht wissen. Bei seiner Ankunft in Paris habe Pfahls nach seiner Schätzung zwischen 25000 und 30000 Euro in bar bei sich gehabt. Dennoch begründet die Aussage Le Grands den Verdacht der Staatsanwaltschaft, dass Holzer bei der Fluchtfinanzierung eine wichtige Rolle gespielt haben könnte. Als Pfahls im März 2003 Geldprobleme gehabt habe, sagte der Franzose bereits Anfang des Jahres aus, habe er sich an Holzer gewandt. Kurz daruf habe der deutsche Geschäftsmann ihm im Pariser Hotel Hilton erklärt, das Problem sei gelöst. Schließlich habe ihm ein Unbekannter in dem Hotel einen Umschlag mit 200 000 Euro Bargeld für Pfahls überreicht.