Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt in der HDO-Affäre gegen früheren israelischen Anteilseigner wegen Untreueverdachts
Im Zusammenhang mit dem Verkauf des skandalumwitterten Trickfilmstudios High Definition Oberhausen (HDO) ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen unter dem Aktenzeichen 130 Js 26/05 gegen dessen ehemaligen Manager und Anteilseigner Ligad Rotlevy "und andere" wegen des Verdachts der Untreue. Dem israelischen Geschäftsmann, der 1998 zusammen mit drei weiteren Investoren aus den USA und England das mit weit mehr als 100 Millionen Mark Steuergeldern subventionierte Ruhrpott-Hollywood übernommen hatte, soll, so vermuten die Ermittler, mehrere Millionen Euro landesverbürgte Kredite aus dem Unternehmen abgezogen haben mit teils äußerst zwielichtigen Methoden. So flossen zwischen 1999 und 2000 sechsstellige Summen für Beratungsleistungen an Firmen Rotlevys und der anderen Investoren (SPIEGEL 38/2005). Eine von "Titanic"- Star-Regisseurs James Cameron mitgegründete Firma erhielt insgesamt mehr als drei Millionen Mark für fragwürdige Software-Lieferungen. Rotlevy hat sich bislang zu den Vorwürfen nicht geäußert. Im Zusammenhang mit der Affäre waren auch der damalige Oberbürgermeister von Oberhausen und heutige RAG-Immobilien-Vorstand Burkhard Drescher sowie der damalige NRW-Ministerpräsident und derzeitige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und sein Staatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch in die Kritik geraten. Bislang jedoch werde gegen keinen der am HDOVerkauf beteiligten Politiker ermittelt, heißt es aus Fahndungskreisen.