Alice Schwarzer attackiert Gerhard Schröder und die SPD
"Er bricht demokratische Spielregeln" Die "Emma"-Herausgeberin Alice Schwarzer übt scharfe Kritik am Verhalten von Gerhard Schröder und anderen führenden Sozialdemokraten im Machtkampf um das Kanzleramt. In einem Beitrag für den SPIEGEL schreibt sie, Schröder folge in der Auseinandersetzung mit Angela Merkel dem Rollenbild des "starken Mannes", der sich über die Gesetze stelle. "Der starke Mann könnte sein Gesicht verlieren. Darum bricht er demokratische Spielregeln und gibt eine ganze Partei der Lächerlichkeit preis." Auch die bisherige Politik der Schröder-Regierung sei in Frauenfragen rückschrittlich gewesen: "Denn die von ihm angeführten rot-grünen Macher sorgen heute mindestens so konsequent wie die schwarzen Patriarchen gestern dafür, dass Frauen kein Thema mehr, sondern zum Unwort der Berliner Republik geworden sind." Zu Merkels Wahlkampf schreibt Schwarzer: "Die Kandidatin hat es kritischen Frauen nicht leicht gemacht. Sie hat die einmalige Chance, den Faktor Frau offensiv zum Politikum zu machen, vertan." Dennoch wertet die "Emma"-Herausgeberin die Bundestagswahl mit der ersten deutschen Kanzlerkandidatin als "historisches Ereignis".