Entlassener früherer HR-Sportchef Emig schrieb im Gefängnis ein Buch über seinen Fall - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Entlassener früherer HR-Sportchef Emig schrieb im Gefängnis ein Buch über seinen Fall

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jürgen Emig, unter Bestechungsverdacht stehender ehemalige Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR), hat seine Untersuchungshaft genutzt, seine Geschichte als Buch zu verarbeiten. Das 270 Seiten starke Manuskript ist für die ARD brisant: Emigs Text befasst sich vor allem mit den Sponsoring-Praktiken beim HR. So schreibt er über die angebliche Gier des Senders nach Drittmitteln und behauptet, Produktionen seien mitunter von Beginn an so kalkuliert worden, dass sie ohne Sponsoren-Gelder nicht realisierbar gewesen wären. Zudem stellt sich der ehemalige Sportchef als erfolgreicher Geldeintreiber für den HR dar: 13 Millionen Euro Drittmittel hätte er über die Jahre für HR-Sportproduktionen organisiert. Weitere sechs Millionen an Sponsorengelder seien über das Sportmarketing-Unternehmen SMP dem Sender zugeflossen. An SMP soll Emigs Ehefrau zu 50 Prozent verdeckt beteiligt gewesen sein. Der HR wiederum fordert nun für "vorenthaltene Sponsoring-Erlöse und Vermittlungsprovisionen" von Emig eine Million Euro zurück.