Generalinspekteur Schneiderhan fordert mehr Reformeifer von Bundeswehr-Kommandeuren
Auf kritische Worte des obersten Soldaten müssen sich die Kommandeure der Bundeswehr bei ihrer Tagung Anfang dieser Woche gefasst machen. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan, 59, bemängelt intern schon seit einiger Zeit, viele altgediente Offiziere hätten die von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) forcierte Reform samt Umstellung auf weltweite Kriseneinsätze "mental" noch nicht verarbeitet und hingen häufig Denkschablonen des Kalten Krieges nach. Bei dem Treffen anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Bundeswehr, bei dem auch Bundespräsident Horst Köhler sprechen wird, will der General das Führungspersonal nun öffentlich zu mehr Reformeifer ermahnen. Das alte Motto "Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen" aus der Zeit des Ost-West-Konflikts trage nicht mehr. Wie schon in der Gründerzeit der Bundeswehr sei nicht "rückwärtsgerichtetes Denken" gefragt, sondern die "Bereitschaft, neue Wege zu gehen und gegebenenfalls zu bauen". Widerworte muss der General nicht befürchten: Anders als bei früheren Kommandeurstagungen ist bei der Festveranstaltung im alten Bundeshaus in Bonn keine Diskussion vorgesehen.