Alfred Neven DuMont bestätigt nachhaltiges Interesse am Berliner Verlag
Die Pläne des Stuttgarter Medienkonzerns Holtzbrinck, den Berliner Verlag ("Berliner Zeitung") an ein britisch-amerikanisches Konsortium aus den Beteiligungsunternehmen 3i, Mecom und Veronis Suhler Stevenson zu veräußern (SPIEGEL 41/2005), haben auch auf Mallorca für Furore gesorgt: "Wir sind erstens verwundert und zweitens weiterhin sehr interessiert", sagt Verleger Alfred Neven DuMont von seinem dortigen Domizil. Erst vor zwei Wochen habe er Dieter von Holtzbrinck noch einmal "nachhaltiges" Interesse an einer seiner Berliner Zeitungen signalisiert. "Für uns wäre das eine schöne Ergänzung unseres Portfolios", so Neven DuMont. An unterschiedlichen Preisvorstellungen könne es kaum liegen, wenn Holtzbrinck jetzt den britischen Finanzinvestoren exklusive Verkaufsgespräche über den Berliner Verlag einräume: "Der Kaufpreis, wie er jetzt zur Diskussion steht, wäre auch für uns eine realistische Verhandlungsgrundlage". Die Perspektive, dass die "Berliner Zeitung" künftig von Beteiligungsgesellschaften gehalten werde, erfülle ihn mit "Sorge", so der Verleger. "Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber hier wird keine Metzgerei verkauft". Es gehe vielmehr "um eine achtsame Stimme in der deutschen Presselandschaft", die man "auch mit etwas Würde" behandeln solle. Auch die Essener WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") hat Holtzbrinck "bei wirtschaftlich vernünftigen Rahmenbedingungen" erst kürzlich noch einmal ihr fortbestehendes Interesse signalisiert - der Vorstoß wurde offenbar von beiden Gesellschafterstämmen der WAZ unterstützt.