IG Metall beurlaubt Manager
Ausläufer der Affäre um Lustreisen für Betriebsräte und Tarnfirmen bei VW erreichen nun auch die IG Metall. Ein leitender Manager der Feho, der Vermögensverwaltungsgesellschaft der Frankfurter Gewerkschaft, wurde beurlaubt. Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young untersuchen im Auftrag der IG Metall, welche Kontakte der Manager, der für die Anlage hoher Geldreserven der Gewerkschaft verantwortlich ist, zu dem entlassenen VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer hatte. Anlass ist eine E-Mail Gebauers an den Feho-Manager, in der er Bezug nimmt auf ein Wertpapiergeschäft der Feho in Höhe von mehreren Millionen Euro. Die Prüfer untersuchen, ob das Geld der Gewerkschaft sicher angelegt wurde und ob Provisionen auf das Privatkonto des Gewerkschaftsmitarbeiters geflossen sind. Der Feho-Manager war auch beteiligt an Verhandlungen über die Finanzierung einer kleinen Autostadt von µkoda in Prag. Die Feho sollte die Finanzierung des 80-Millionen-Euro-Projekts übernehmen. Doch der Justitiar der Gewerkschaft wollte wissen, wer hinter der Projektgesellschaft F-Bel für die Autostadt steckt. Nachdem die Gewerkschaft keine Antwort erhielt, sagte sie ab. Später gestand der ehemalige VW-Betriebsratschef Klaus Volkert, dass er privat an F-Bel beteiligt gewesen war.