Bleibt der Blick auf den Kölner Dom frei?
Möglicherweise kann der Kölner Dom schon bald wieder von der Roten Liste der Unesco für gefährdetes Weltkulturerbe gestrichen werden. Denn der Bau dreier umstrittener Hochhäuser, die rechtsrheinisch die Sicht auf das Kölner Wahrzeichen behindern würden und deshalb den Zorn der Unesco-Verantwortlichen erregt haben, wird offenbar immer unwahrscheinlicher. Der Berliner Projektentwickler Tenkhoff Properties, hieß es am vergangenen Montag bei einem internen Spitzentreffen im Düsseldorfer Bauministerium, habe noch immer keine festen Mieter für den in der Planung am weitesten gediehenen "Cologne One Tower" des Architekten Helmut Jahn und deshalb an Interesse verloren. Insbesondere die Lufthansa, bislang als Hauptmieter für den Jahn-Turm gehandelt, habe inzwischen signalisiert, dass ihr das neue Domizil zu teuer sei. Für die zwei weiteren geplanten Hochhäuser gebe es keine sicheren Investoren. Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), die Dombaumeisterin und der örtliche Baudezernent erörterten mit dem nordrheinwestfälischen Bauminister Oliver Wittke (CDU), dass der Stadtrat, sollten bis zum Monatsende keine Mietverträge vorliegen und Tenkhoff Properties seine Baupläne nicht mehr verfolgen, den Bebauungsplan für alle drei Hochhaus-Standorte aufheben könne. Das Areal im Kölner Stadtteil Deutz soll dann neu - und mit niedrigeren Gebäuden - verplant werden. Geschäftsführer Joachim Tenkhoff erklärte dagegen, das Unternehmen verfolge "in Abstimmung mit der Stadt weiterhin das Ziel, den Jahn- Turm zu bauen und Lufthansa als Mieter zu gewinnen". Ein Lufthansa-Sprecher wollte den Sachverhalt "zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren."