Verleger wollen neue Allianz für die Briefzustellung schmieden
Die Deutsche Post bekommt im Briefgeschäft zunehmend Konkurrenz von den Verlagen. Vorvergangene Woche trafen sich in Luxemburg hochrangige Vertreter von Axel Springer, WAZ-Gruppe und Holtzbrinck, um die Zusammenlegung ihrer postalischen Aktivitäten noch einmal zu besiegeln. Das Ziel der gemeinsamen Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Pin Group AG, an der die Verlage jeweils 25 Prozent halten, ist klar: Spätestens zum Ende des Briefmonopols des gelben Riesen Anfang 2008 will man dessen größter Wettbewerber sein. Deshalb gehen die großen drei, die WAZ-Mann Bodo Hombach für zwei Jahre an die Spitze des Verwaltungsrates wählten, jetzt auf die Suche nach weiteren Partnern für eine neue deutsche Tochter, die ihren Sitz in Berlin haben wird: Eine Fachtagung des Zeitungsverlegerverbandes BDZV am 10. November soll dafür als Plattform dienen - immerhin sind bundesweit bereits rund 40 Verlage im Post-Segment aktiv, darunter Madsack (Citipost) oder der Süddeutsche Verlag. Im Notfall werde man die flächendeckende Versorgung aber auch durch eigene Lösungen sicherstellen, geben sich Beteiligte kämpferisch. Auch der Konkurrenzkampf mit der Post dürfte spannend werden: Hombach bekommt es dort ausgerechnet mit Lutz Glandt zu tun. Sein bisheriger Mitgeschäftsführer bei der WAZ wechselt gerade zur Post - und wird dort "für die Weiterentwicklung des Geschäfts mit Medienunternehmen" zuständig sein.