Kartellamtschef hält Regionalzeitungspläne von Finanzinvestoren für bedenklich
Der Chef des Bundeskartellamts, Ulf Böge, sieht die Pläne von Finanzinvestoren, in Deutschland neue Regionalzeitungsketten aufzubauen, kritisch. Auch neu auf den Markt eintretende Beteiligungsunternehmen seien der Pressefusionsklausel unterworfen, sagte er dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Solche Ketten wären wettbewerblich bedenklich", so Böge. Im Übrigen gelte die Anzeigepflicht uneingeschränkt auch für Fondsinvestoren. "Die Kapitalgeber müssen offen gelegt werden", so der Kartellamtschef. Insofern stehe bei etwaigen Umgehungstatbeständen auch "das volle übliche Sanktionsinstrumentarium vom Bußgeld bis zur Entflechtung des Zusammenschlusses zur Verfügung". Das Kartellamt hatte den Versuch des Stuttgarter Medienkonzerns Holtzbrinck auf dem Berliner Tageszeitungsmarkt zusätzlich zum "Tagesspiegel" auch den Berliner Verlag ("Berliner Zeitung", "Berliner Kurier", "Tip") zu übernehmen, untersagt.