TUI-Chef will keine Kursänderung
Der Chef des größten europäischen Reisekonzerns TUI, Michael Frenzel, will dem Unternehmen mit dem Erwerb der kanadisch-britischen Containerschiff-Reederei CP Ships ein zusätzliches Standbein außerhalb der Touristik schaffen. "Auf zwei Beinen steht man bekanntlich besser", erklärt der TUI-Vorstandschef in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. In seiner ersten ausführlichen Stellungnahme seit der vergangene Woche vollzogenen Übernahme der CP-Ships-Aktienmehrheit weist Frenzel gleichzeitig den Verdacht zurück, durch die geplante Fusion des Konkurrenten mit seiner Containerschifftochter Hapag-Lloyd einen Strategiewechsel anzusteuern. "Das ist keine Kursänderung", versichert der TUI-Chef, da in die Schifffahrt bereits in den vergangenen Jahren eine Milliarde Euro investiert worden seien. Auch den Vorwurf, er habe den CP-Ships-Eignern einen zu hohen Preis bezahlt, bestreitet Frenzel. Die zu erwartenden jährlichen Einspareffekte von 180 Millionen Euro, argumentiert er, seien "nur zu einem kleinen Teil in den Kaufpreis einkalkuliert". Die mit der Übernahme verbundene höhere Schuldenlast will der TUI-Chef in den kommenden Jahren durch Mittelzuflüsse aus der Schifffahrt "sukzessive zurückführen". Gleichzeitig kündigt Frenzel an, auch die Kreuzfahrtsparte des Konzerns auszubauen: "Wir arbeiten zurzeit an einer neuen Strategie wie wir uns auch in diesem boomenden Markt besser platzieren können" kündigt Frenzel gegenüber dem SPIEGEL an, "und wollen dort durch eigene Kraft und Kooperationen wachsen".