Kritik an Gesetzesplänen gegen Sterbehilfe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kritik an Gesetzesplänen gegen Sterbehilfe

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit ihrer Idee, "professionelle Vermittlung von Gelegenheiten zur Selbsttötung" in Zukunft unter Strafe zu stellen und so Sterbehilfeorganisationen wie den Dignitas- Ableger in Hannover zu stoppen, stößt die niedersächsische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) in vielen Bundesländern auf Widerstand. "Dieser Vorschlag scheint mir nicht ganz zu Ende gedacht", kritisiert der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP), "denn damit würde man sogar Hinweise auf schmerzfreie Todesarten oder die Bereitstellung von zur Selbsttötung geeigneten Utensilien verbieten." Nicht nur die Betreiber etlicher Selbstmordforen im Internet stünden danach immer mit einem Bein im Gefängnis, sogar ein Arzt mache sich strafbar, der Schmerzpatienten einen Vorrat Morphium auf den Tisch stelle, damit der Kranke sich je nach Schmerzen die Dosis selbst erhöhen könne. Der Suizid, wendet Berlins Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) ein, sei "eine höchstpersönliche Entscheidung, die nicht unter Strafe steht". Demnach könne auch eine Beihilfe dazu nicht strafbar sein.