Marschflugkörper für neue U-Boote der Bundesmarine? - DER SPIEGEL
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Marschflugkörper für neue U-Boote der Bundesmarine?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die ersten U-Boote des neuen Typs 212A hat die Marine vergangene Woche mit beträchtlicher Verspätung in Betrieb genommen. U-31 sollte ursprünglich schon vor einem Jahr in Dienst gehen, das Schwesterboot U-32 vor einigen Monaten. Die Gründe wirken bizarr: Erst mussten die Antriebs-Propeller aufwendig nachgebessert werden, weil sie so viel Lärm machten, dass die vermeintlich superleisen Fahrzeuge leicht zu orten waren. Dann war monatelang die in einem norwegischen Fjord installierte, streng geheime Akustik-Anlage, mit der die Schall-Abstrahlung der Boote geprüft werden sollte, unbrauchbar. Ein Mess-Schiff hatte versehentlich die Sensoren zerstört. Weil der klassische Einsatz - das Torpedieren feindlicher Schiffe - unwahrscheinlich geworden ist, sollen die je 350 Millionen Euro teuren Boote nun Aufklärung betreiben oder Kommandotruppen an fremden Küsten absetzen. Manche Planer möchten die U-Boote indes für den Kampf gegen Ziele an Land künftig auch mit Marschflugkörpern bewaffnen. Vorbild sind Cruise Missiles wie die "Tomahawk", die bis zu 2500 Kilometer weit fliegen und von den USA im Irak-Krieg eingesetzt wurden. Auch amerikanische "Harpoon"-Flugkörper mit etwa 120 Kilometer Reichweite passen in die Torpedo-Rohre der Boote, die laut Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) "weltweit" operieren sollen. Insgesamt möchte die Marine sechs U-212A beschaffen, die dank eines Brennstoffzellen-Antriebs wochenlang unter Wasser bleiben können.