Wirtschaftsweise schlagen Zwei-Stufen-Tarif bei Unternehmensteuern vor - DER SPIEGEL
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Wirtschaftsweise schlagen Zwei-Stufen-Tarif bei Unternehmensteuern vor

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die fünf Wirtschaftsweisen wollen der Bundesregierung eine Steuerreform mit einem Zwei-Stufen-Tarif für Unternehmen vorschlagen: Danach soll der Gewinnanteil einer Aktiengesellschaft, der unter fünf Prozent des Eigenkapitals liegt, künftig mit 25 Prozent besteuert werden; von jedem Euro oberhalb dieser Grenze müsste die Firma 40 Prozent an den Fiskus abführen. Das Modell soll auch für Personengesellschaften gelten, deren Gewinne bisher der Einkommensteuer ihrer Besitzer unterliegen. Die genauen Steuersätze und die Grenzen, ab denen sie greifen sollen, werden noch diskutiert. Zugleich schlagen die Sachverständigen vor, Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und eben auch ausgeschüttete Gewinne von Personengesellschaften mit 25 Prozent zu besteuern. Die Vorteile dieses dualen Systems: Eigenkapital wird entlastet und gegenüber Bankkrediten nicht mehr, wie bisher, steuerlich benachteiligt. Mit dem Vorschlag herrsche "größtmögliche Finanzierungsneutralität", so der Wirtschaftsweise Wolfgang Wiegard im kleinen Kreis. Die zweistufige Gewinnbesteuerung sei notwendig, damit Firmenbesitzer, die selbst im Unternehmen arbeiten, ihre Steuerbelastung nicht künstlich auf 25 Prozent begrenzen, in dem sie sich niedrige Gehälter und hohe Gewinne auszahlen. Kritikern ist das Modell jedoch zu kompliziert. Zudem können Unternehmer, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen, die deutsche Kapitalertragsteuer trickreich umgehen. Problematisch wäre auch die Wirkung dieser Reform: Wenig profitable Firmen würden bevorzugt, hohe Gewinne mit einer Art Strafsteuer belegt.