Jentzsch und Licci verlassen die HVB
Bei der Hypovereinsbank (HVB) sorgt die Übernahme durch die italienische Unicredito für einen Exodus im Management: Investmentbanker Stefan Jentzsch und Privatkundenchefin Christine Licci verlassen das Institut. Für Jentzsch war die Übernahme sogar mit einem Karrieresprung verbunden: Er sollte in den Unicredito-Konzernvorstand aufrücken. Offenbar aber gab es unterschiedliche Auffassungen, wie das konzernweite Investmentbanking zu führen sei. Licci wurde als künftige Deutschlandchefin gehandelt, doch die Italiener haben über die Besetzung dieses Postens bisher nicht entschieden. Neuerdings ist dafür auch der bisherige Finanzvorstand Wolfgang Sprißler im Gespräch. HVB-Firmenkundenchef Johann Berger überlegt ebenfalls, ob er die Bank verlassen soll. Hintergrund der Abgänge ist das Führungsverhalten der Italiener, die alles allein entscheiden. Ihr Rat sei nicht gefragt, klagen die Deutschen. "In Mailand interessiert es niemanden, wie Deutschland tickt", sagt ein Insider. Für Unruhe sorgt auch, dass Unicredito-Chef Alessandro Profumo die geplanten Synergien von jährlich 900 Millionen Euro allein in Deutschland und Österreich realisieren will, was zu einem Abbau von mehreren tausend Stellen führen wird. Das italienische Geschäft dagegen soll weitgehend unangetastet bleiben.