Geheimdeal des Kanzleramts mit syrischem Nachrichtendienst - DER SPIEGEL
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Geheimdeal des Kanzleramts mit syrischem Nachrichtendienst

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Das Bundeskanzleramt hat mit der syrischen Regierung einen Geheimdeal abgeschlossen, um Zugang zu dem deutschen Islamisten Mohammed Haydar Zammar zu erhalten. Bei einem Treffen im Kanzleramt versprachen hohe deutsche Regierungsbeamte, die Anklagen gegen zwei mutmaßliche syrische Agenten zurückzuziehen, wenn deutsche Ermittler dafür einen der engsten Freunde der Todespiloten vom 11. September 2001 vernehmen dürften. Anschließend reiste eine Delegation von Beamten des Bundeskriminalamts, des Bundesamts für Verfassungsschutz sowie des Bundesnachrichtendienstes nach Damaskus und traf den Qaida-Verdächtigen. Bei dem Verhör berichtete Zammar den Beamten, er habe vor allem einen der Todespiloten, Marwan al-Shehhi, von der Pflicht zum Dschihad überzeugt. Auch den "Bremer Taliban" Murat Kurnaz, der seit 2002 in Guantanamo Bay einsitzt, habe er nach Afghanistan vermittelt. Zammar war Ende 2001 während einer Marokko-Reise festgenommen und von der CIA nach Syrien verschleppt worden. Mithäftlinge berichten, er werde im Far-Filastin- Gefängnis festgehalten und gefoltert. Ein geplanter zweiter Damaskus-Besuch deutscher Beamter kam nicht zustande, weil die Syrer trotz des Versprechens, ihre Agenten aus Deutschland zurückzuziehen, weiterhin im Spionagebereich aktiv sind. Mit einer vom Internationalen Roten Kreuz übermittelten handschriftlichen Notiz vom Juni 2005 durfte sich Zammar erstmals seit seinem Verschwinden bei seiner Familie in Hamburg melden. Er wird in Damaskus ohne Gerichtsverfahren und ohne anwaltliche Betreuung festgehalten.