Roche sorgt sich um seinen Ruf
Der Schweizer Pharmakonzern Roche ist im Zuge der Diskussion um sein Grippemittel Tamiflu um sein Image besorgt. In den letzten Wochen litt vor allem in den USA der Ruf des Unternehmens, "das mehr um die Rechte seines Medikaments, als um eine Prävention der Vogelgrippe besorgt schien", wie der Mediendienst O'Dwyers schrieb. Roche hat deshalb die Zusammenarbeit mit der PR-Firma Fleishman- Hillard intensiviert, so ein New Yorker Sprecher des Pharmakonzerns. Man wolle "proaktiv" auf die Medien einwirken, heißt es bei Roche. Allerdings scheint fraglich, ob Roche tatsächlich gewillt ist, umfassende Lizenzen für sein stark nachgefragtes Grippemittel Tamiflu an andere Hersteller zu vergeben. Nur 8 von über 150 Bewerbern will Roche als mögliche Partner testen, so ein Sprecher - und diese sollen wohl nur Teilschritte der Produktion übernehmen. Wie wirksam Tamiflu gegen ein mutiertes und erst dann potentiell pandemisches Vogelgrippe-Virus sein wird, ist unklar. In Japan musste eine Roche-Tochter die Packungshinweise um die Gefahr psychischer Störungen erweitern. Ob das Mittel mit dem Selbstmord zweier mit Tamiflu behandelter Jugendlicher Anfang des Jahres zusammenhängt wird diskutiert.