Erstes Ultimatum der Osthoff-Entführer abgelaufen - DER SPIEGEL
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Erstes Ultimatum der Osthoff-Entführer abgelaufen

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Nach Ansicht des Krisenstabs der Bundesregierung könnten die irakischen Entführer der deutschen Archäologin Susanne Osthoff dem arabisch-nationalistischen Milieu der Ischrin-Brigaden angehören. Dafür spricht der Name, unter dem die Kidnapper firmieren: "Saraja al-Salasil" - Sturmtruppen der Erdbeben. Eine Gruppe ähnlichen Namens kooperierte schon früher mit den vor allem sunnitischen Ischrin-Brigaden, die seit Sommer 2003 im Irak aktiv sind. Die Osthoff-Entführer hatten auf einer DVD, die der ARD zugespielt wurde, auch ein Ultimatum gestellt, das am vergangenen Freitagmorgen um 2.37 Uhr deutscher Zeit abgelaufen ist. Um Kontakt zu ihnen aufzunehmen, setzt die Bundesregierung unter anderem auf kurdische Vermittler sowie den sunnitischen Geistlichen Abd al-Muneim al-Badari. Obwohl die deutsche Botschaft in Bagdad die Archäologin Susanne Osthoff mehrfach gewarnt hatte, sie sei in Gefahr und solle so schnell wie möglich das Land verlassen, hat die Bundesregierung indirekt die Arbeit der Wissenschaftlerin im Irak bis Ende Mai finanziell unterstützt. Deutsche Diplomaten bestätigten am 6. Februar 2005 der irakischen Antikenverwaltung, dass das Auswärtige Amt für ein von Osthoff vorgeschlagenes Projekt im Irak möglicherweise einen Zuschuss geben werde. Am 18. Mai sagte das Auswärtige Amt tatsächlich rund 40.000 Euro für die Rekonstruktion einer osmanischen Karawanserei aus dem Jahr 1793 in Mossul zu, an der Osthoff beteiligt war. Gut 10.000 Euro flossen sofort, aber nicht direkt an Osthoff, sondern an die irakische Antikendirektion. Allerdings, so das Auswärtige Amt, habe man nur das Projekt sponsern wollen. Gleichzeitig habe man aber massiv auf die Ausreise von Osthoff hingewirkt. Mittlerweile hat der Krisenstab der Bundesregierung die letzten Stunden vor der Entführung teilweise rekonstruiert. Danach brach Osthoff am 25. November um 6 Uhr morgens mit ihrem irakischen Fahrer Chalid al-Schimani in einem weißen GMC-Taxi mit Bagdader Kennzeichen ins rund 350 Kilometer entfernte Arbil im Nordirak auf. Nach etwa 200 Kilometern, kurz vor Tus Churmatu, war die Straße gesperrt, angeblich wegen einer Militäraktion. Osthoff wollte die Stadt vermutlich westlich umfahren. Um 10 Uhr war sie bei irakischen Gesprächspartnern in Arbil angekündigt, doch sie kam nicht an. Am Sonnabendmorgen erhielt die Hostage Warning Group der US-Botschaft im Irak einen Hinweis auf eine Entführung und alarmierte die deutsche Botschaft.