ISAF-Einheiten: Tropenkrankheit bedroht deutsche Soldaten in Afghanistan - DER SPIEGEL
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ISAF-Einheiten Tropenkrankheit bedroht deutsche Soldaten in Afghanistan

Auf einen tückischen Gegner muss sich die Bundeswehr bei der Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes auf die nordwestafghanische Stadt Masar-i-Scharif einrichten. Dort grassiert eine gefährliche Krankheit namens Leishmaniose, die von Parasiten ausgelöst wird.
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Überträger sind Sandmücken, die im ganzen Orient und im Mittelmeerraum verbreitet sind. Wie Experten des Münchner Bundeswehr- Sanitätsamts herausfanden, fühlen sich die Sandmücken in Masar-i-Scharif besonders wohl, ebenso Rennmäuse, die Wirtstiere der Parasiten. Bei britischen und niederländischen Truppen in der Region sind bereits knapp 200 Fälle der bedrohlichen Krankheit registriert worden, die eine langwierige Behandlung erfordert und gegen die es keinen Impfschutz gibt. Die Bundeswehr selbst verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren in Afghanistan rund ein Dutzend Opfer der Leishmaniose, die Geschwüre auf der Haut ("Orientbeulen") sowie Infektionen an Knochenmark und inneren Organen wie Milz und Leber auslösen kann. Zum Schutz der Truppen vor Sandmücken und Rennmäusen werden die Unterkünfte in Masar-i-Scharif nun nicht direkt auf Sand, sondern auf Betonfundamenten errichtet. Die Soldaten sollen unter Moskito-Netzen schlafen, die Haut vorsorglich mit Insektenabwehrlotion einreiben und speziell imprägnierte Tropenuniformen anziehen.