Verkehrspolitiker mahnen Interessenkonflikte bei geplantem Scandlines-Verkauf durch die Bahn an - DER SPIEGEL
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Verkehrspolitiker mahnen Interessenkonflikte bei geplantem Scandlines-Verkauf durch die Bahn an

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Die Deutsche Bahn AG will mit Hilfe der Investmentbanker von Morgan Stanley ihre 50-prozentige Beteiligung an der Schifffahrtslinie Scandlines verkaufen - und handelt sich damit neuen Ärger mit der Politik ein. Quer durch die Parteien monieren Verkehrsexperten einen möglichen Interessenkonflikt der Banker. Morgan Stanley hatte im vergangenen Jahr im Auftrag der Bundesregierung ein Gutachten zum Börsengang der Bahn gefertigt und überwacht seither deren Geschäftsentwicklung. Zudem ist das Geldhaus an einem zweiten Gutachten beteiligt, in dem es um die Frage geht, ob die Bahn mit oder ohne Schienennetz an die Börse gebracht werden soll. Bislang hatten sich die Banker mit Blick auf höhere Erlöse auf dem Kapitalmarkt für einen integrierten Börsengang mit Netz ausgesprochen. Diese Konstruktion favorisiert auch Bahnchef Hartmut Mehdorn. Dass nun ausgerechnet Morgan Stanley Scandlines verkaufen soll, für die sich insbesondere die Deutsche Seerederei interessiert, erregt in Berlin die Gemüter. Zumal die Bank auch noch im Konsortium einer geplanten 800-Millionen-Dollar-Anleihe des Schienenkonzerns sitzt. "Wie soll Morgan Stanley ein objektives Gutachten verfassen, wenn sie gleichzeitig Millionen an der Bahn verdienen?", fragt die CSU-Verkehrspolitikerin Renate Blank. Ihr SPD-Kollege Uwe Beckmeyer kritisiert: "Es ist schon fragwürdig, wenn Morgan Stanley zunächst als Gutachter im Auftrag des Bundes und dann als Verkäufer für die Deutsche Bahn AG auftritt." Und Winfried Hermann von den Grünen klagt: "Die Bahn muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie mit ihrer Mandatierung nicht Morgan Stanley für deren Unterstützung für den integrierten Börsengang belohnt." Die Bahn hingegen kann keinen Interessenkonflikt erkennen. Es gebe keinerlei Zusammenhang zwischen der Gutachtertätigkeit und dem Verkaufsmandat - zumal dort getrennte Abteilungen agierten. Außerdem hätte Morgan Stanley bei der Ausschreibung des Verkaufsmandats das beste Konzept präsentiert.