Mitteldeutscher Rundfunk will Anstandskodex für Mitarbeiter - DER SPIEGEL
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Mitteldeutscher Rundfunk will Anstandskodex für Mitarbeiter

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als Reaktion auf die Korruptionsaffäre um den ehemaligen Fernseh-Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, will der Sender seinen Angestellten einen "Mitarbeiterkodex" verordnen. In dem noch unter Verschluss gehaltenen Dokument werden auf Empfehlung der Berater von PricewaterhouseCoopers (PwC) Leitlinien zur Verhütung und Bekämpfung von Korruption aufgestellt. So sollen Einladungen zu geschäftlichen Essen oder Veranstaltungen künftig dahingehend geprüft werden, ob durch Teilnahme die Objektivität gefährdet wird. Vor allem das Verhalten von Führungskräften müsse "eindeutig, nachvollziehbar und untadelig" sein. Verwicklungen von "privaten Lebensumständen und dienstlichen Angelegenheiten" müssen künftig transparent gemacht werden. Die vorgeschlagene Trennung von Redaktionsleitung und Moderation wird abgelehnt. Einen Anti-Korruptionsbeauftragten will die Anstalt zwar einführen, aber es soll kein externer Ombudsmann sein. Die interne Lösung, bei der der Beauftragte beim Intendanten angesiedelt werden soll, führt zu Unmut im Rundfunkrat. Kritiker fürchten, dass potentielle Hinweisgeber vor der Nähe zur Intendanz abgeschreckt würden.