Verteidigungsminister Jung setzt auf Harmonie beim US-Besuch - DER SPIEGEL
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Verteidigungsminister Jung setzt auf Harmonie beim US-Besuch

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ganz auf Harmonie angelegt sind die Gespräche, zu denen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) diese Woche nach Washington reist. Bei Kennenlern-Treffen mit dem US-Kollegen Donald Rumsfeld, Außenministerin Condoleezza Rice und Präsidentenberater Steve Hadley möchte Jung die deutsch-amerikanischen Beziehungen "atmosphärisch" verbessern - und belastende Themen wie die CIA-Affäre aussparen. In vertraulichen Vorgesprächen mit dem Berlin-Botschafter William Timken und anderen US-Vertretern haben Jung und Mitarbeiter zudem heikle Wünsche der Amerikaner diskret von der Tagesordnung genommen und für erledigt erklärt: So werden keine Bundeswehr-Verbindungsoffiziere in den US-Stützpunkt in Katar einrücken, aus dem der Irak-Krieg dirigiert wurde. Auch bleibe es bei der "roten Linie", stellte Jung klar, dass Deutschland keine Soldaten zur Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte in den Irak schicke. Außerhalb des Landes dagegen könne Berlin die Hilfe, etwa bei der Schulung von Personal in den Vereinigten Emiraten oder an deutschen Einrichtungen, bei Bedarf ausweiten. Um der Harmonie willen werden die Amerikaner auch darauf verzichten, die von Rumsfeld öfters propagierte Zusammenlegung der Isaf-Friedensmission und des Anti-Terror-Kampfeinsatzes ("Operation Enduring Freedom") in Afghanistan erneut zur Sprache zu bringen.