Mobilcom will in Büdelsdorf bis zu 200 Jobs abbauen
Der Telefonanbieter Mobilcom plant, an seinem Stammsitz in Büdelsdorf bis zu 200 der dortigen 1100 Jobs abzubauen. Das teilte die Geschäftsführung am Freitag vergangener Woche dem Betriebsrat mit. Möglicher Hintergrund der drastischen Sparaktion: Die Umsetzung der Pläne des vor einigen Monaten eingestiegenen US-Finanzinvestors Texas Pacific Group (TPG) gestaltet sich deutlich schwieriger als erwartet. Der vor wenigen Wochen ergangene Beschluss des Landgerichts Darmstadt, den Zusammenschluss von Telekom und ihrer Internet-Tochter T-Online abzulehnen, bringt auch das Büdelsdorfer Unternehmen in Bedrängis. Auch bei Mobilcom gibt es Anfechtungsklagen von Aktionären, in diesem Fall gegen die von TPG im Juli durchgesetzte Verschmelzung der Internet-Tochter Freenet mit Mobilcom. Das könnte bedeuten, dass die von TPG erwogene Sonderausschüttung zur Refinanzierung ihres Einstiegs bei Mobilcom gefährdet ist. Auch Expansionspläne scheinen aufgrund der Rechtssituation äußerst schwierig. Um das teure Engagement trotzdem zu rechtfertigen, bleiben TPG jetzt nur drastische Kostensenkungen, glauben Insider. In der Konzernzentrale weist man das zurück. Die Personalkürzungen "haben mit schwierigen Rechtsfragen" nichts zu tun, sagt Mobilcom-Chef Eckhard Spoerr. Es handele sich um "notwendige Sparmaßnahmen" in einer härter werdenden Branche.