Auch deutsche Grossverlage hoffen auf Hilfe vom Altkanzler
Eine interessante "Experten"-Reisegruppe macht sich am Mittwoch auf nach Russland: In Moskau treffen Vertreter der Verlage Axel Springer, Holtzbrinck, WAZ und Madsack auf Banker, Unternehmer und Politiker. Hintergrund der Reise, die auch vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft unterstützt wird: Die Verlage wollen von ihren bisherigen Papierlieferanten unabhängiger werden, die zuletzt Kapazitäten verknappten und deutliche Preiserhöhungen ankündigten. Der Papierpreis ist ein zentraler Kostenfaktor für Verlage. Russland verfügt über riesige Fichtenwaldflächen, die Qualität der Papierveredelung entspricht aber nicht hiesigen Standards. Auch deshalb werden bislang nur etwa 150 000 Tonnen nach Deutschland exportiert. Das soll sich ändern. Entweder solle "eine bestehende Papierfabrik um eine neue Maschine - mit einer Jahreskapazität von etwa 300000 Tonnen - erweitert" oder "an geeigneter Stelle eine neue Fabrik gebaut" werden, heißt es in einem Schreiben des Ost-Ausschusses, das vorigen Montag an Alt-Kanzler Gerhard Schröder übergeben wurde. Von Schröder und seinem Duzfreund im Kreml, Wladimir Putin, erhoffen sich nun auch die Verlage Hilfe, die das Projekt wiederum dem Schreiben zufolge "durch Abnahmevereinbarungen" beflügeln wollen.