Hilfsorganisationen rügen Spendengebaren der Bundesregierung
Ein Jahr nach dem Tsunami in Südostasien, bei dem vermutlich 230.000 Menschen starben, werden die vier Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Unicef, Diakonisches Werk und Caritas die Bundesregierung in dieser Woche öffentlich auffordern, die Höhe staatlicher Mittel für Katastrophen-Opfer zukünftig besser zu überdenken. Rückblickend sei es falsch gewesen, zusätzlich zu den 670 Millionen Euro, die an privaten Spenden für die Menschen in der Tsunami-Region zusammenkamen, weitere 500 Millionen Euro an staatlichen Mitteln bis 2009 zuzusagen. Der Staat sei gut damit beraten, zukünftig erst die Höhe privater Spenden abzuwarten und dann antizyklisch zu agieren, sagte der Caritas-Präsident Peter Neher. Kämen Rekordsummen wie nach dem Tsunami zusammen, könnte die Höhe staatlicher Mittel entsprechend niedriger ausfallen. So wäre es auch einfacher, mangelnde private Spendenbereitschaft wie nach der Erdbeben-Katastrophe in Pakistan auszugleichen.