Deutsche Ermittler prüfen in Geiselaffäre Spur zu Bagdader Scheich
Deutsche Ermittler prüfen, ob hinter der Entführung der Deutschen Susanne Osthoff eine Verschwörung im privaten Umfeld steckt. Als suspekt gilt vor allem der Bagdader Scheich Dschamal al-Duleimi, der Osthoff Wagen und Fahrer für die Reise am 25. November nach Arbil besorgt und sich später als Vermittler angeboten hatte. Auch der Fahrer, Chalid al-Schimani, wird durch Aussagen Osthoffs nach ihrer Freilassung belastet. Der Verdacht wird aus Sicht deutscher Beamter dadurch genährt, dass weder der Fahrer noch Scheich Duleimi seit dem Ende des Geiseldramas auffindbar sind. In einer ersten Aussage berichtete Osthoff, sie sei in einem Kofferraum in ein Versteck gebracht und die gesamte Zeit im Großraum Bagdad gefangen gehalten worden. Die Entführer hätten mit ihr neunmal die Unterkunft gewechselt. Bei den Verhandlungen nutzte der Krisenstab insgesamt drei Vermittler. Zum Erfolg führten letztlich die Bemühungen eines irakischen Scheichs namens Chut, der über einen Mittelsmann Kontakt zu den Entführern hielt. Durch eine Frage nach einem Verwandten stellte der Krisenstab sicher, dass die Kidnapper tatsächlich Osthoff in ihrer Gewalt hatten. Die Freilassung Osthoffs zeichnete sich bereits am Freitagnachmittag vergangener Woche ab; zuvor hatten die strengen Sicherheitsvorkehrungen während der Wahlen eine schnelle Übergabe unmöglich gemacht. Am Sonntagmorgen wurde die Geisel schließlich freigelassen, gegen 10.30 Uhr erreichte Osthoff die deutsche Botschaft.