Ruppiger Auftritt Rumsfelds überschattet Washington- Besuch von Verteidigungsminister Jung
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) bekam bei seinem Antrittsbesuch in Washington am vergangenen Montag die volle Härte seines US-Kollegen Donald Rumsfeld zu spüren. Zwar zeigte sich Jung nach dem Treffen "froh und glücklich" über die angeblich "positive Grundstimmung". Tatsächlich aber hatte Rumsfeld den Gast gleich nach der Begrüßung ruppig angeherrscht, wann Deutschland gedenke, seinen Verteidigungsetat endlich auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, was eine Steigerung von derzeit 24 auf 45 Milliarden Euro erfordern würde. Öffentlich sah Jung keinen Anlass, die Foltervorwürfe gegen die CIA anzusprechen bei Rumsfeld fragte er aber sehr wohl nach dem Anti-Folter-Gesetzentwurf von Senator John McCain. Prompt traktierte der Gastgeber den Neuling mit einem Vortrag über die Rechtslage in den USA und erklärte sogar, dass einschlägige Dienstvorschriften der Armee bald Gesetzesrang erhalten würden. Für Änderungen bleibe aber er selbst zuständig, nicht etwa der Kongress.