Deutsche-Bank-Chef muss keine Deutschkenntnisse haben
Nach einem von vielen Branchenkennern erwarteten Rücktritt von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann könnte auch ein Manager, der nicht die deutsche Sprache beherrscht, an die Spitze des mächtigsten Bankhauses in Deutschland rücken. Aus Sicht der Bankenaufsicht, einer dem Finanzministerium unterstellten Behörde, spräche damit auch nichts gegen die Ernennung von Managern wie dem Inder Anshu Jain oder dem Amerikaner Michael Cohrs, die kein Deutsch sprechen und zurzeit von London aus das Investmentgeschäft der Deutschen Bank betreiben. "Seit mehreren Jahren akzeptiert die Finanzdienstleistungsaufsicht Geschäftsleiter eines Kreditinstitutes auch dann, wenn diese zumindest die englische Sprache fließend beherrschen", bestätigte Staatssekretär Volker Halsch dem Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler. CSU-Mann Gauweiler findet das empörend und fordert, die aus seiner Sicht unsinnige Praxis zu ändern. "Es kann nicht sein, dass Vorstände verpflichtet sind, einen Kreditantrag ab einer bestimmten Höhe prüfen zu müssen, obwohl sie ihn gar nicht lesen können", schimpft Gauweiler.