Zypern fordert von Deutschland geraubte Kunstschätze zurück
Ein juristischer Streit um Kunstschätze von Weltrang, die in den siebziger Jahren aus Kirchen und Klöstern Zyperns geraubt und nach München verschoben worden waren, belastet die deutsch-zyprischen Beziehungen. Viele verschollen geglaubte Mosaiken, Ikonen und Fresken waren im Oktober 1997 bei dem in München lebenden Türken Aydin D. sichergestellt worden. Das Verfahren gegen den Archäologen, der wegen Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen hat, wurde eingestellt. Seither streiten D. und die zyprische Regierung zivilrechtlich um die Kunstgegenstände. In einer im Dezember 2005 im Bundesjustizministerium eingegangenen Verbalnote fordern die Zyprioten noch einmal nachdrücklich die Herausgabe der Pretiosen. Das Ministerium prüft jetzt, ob dies vor Abschluss des zivilrechtlichen Verfahrens möglich ist. Die zyprische Regierung müsste dafür zusichern, Gegenstände wieder nach Deutschland zurückzuschicken, falls deutsche Gerichte Aydin D. ein Eigentumsrecht an ihnen zuerkennen.