Bernotat warnt vor Versorgungslücke durch Atomausstieg
Der Chef des größten deutschen Energieversorgers E.on hat in einem SPIEGEL-Interview vor den Folgen eines Atomausstieges gewarnt. Bisher, so Wulf Bernotat, habe noch niemand eine "vernünftige Antwort darauf gegeben, wie die Versorgungslücke nach Abschaltung der Kernkraftwerke geschlossen werden soll". Bernotat bezeichnete es als "Illusion", den Ausfall der Kernkraftwerke durch regenerative Energien und Gaskraftwerke kompensieren zu wollen. Davor, so der E.on-Chef, "kann ich nur warnen". "Regenerative Energien werden einen Beitrag zur Energieversorgung leisten, aber sie können die gewaltige Lücke nicht schließen, die durch die Abschaltung der Atomkraftwerke gerissen wird. Und Gas ist ein viel zu wertvoller Energieträger, um ihn in wirklich großen Mengen zur Verstromung einzusetzen", so der E.on-Chef. "Aus volkswirtschaftlicher und energiepolitischer Sicht", so Bernotat, "wäre es sicher sinnvoll, die bestehenden Atomkraftwerke so lange zu nutzen, wie es sicherheitstechnisch möglich ist. Aber der Ausstiegsbeschluss steht, und er kann nur von der Politik wieder geändert werden."