Michael Schumacher übt Selbstkritik nach WM-Verlust - DER SPIEGEL
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Michael Schumacher übt Selbstkritik nach WM-Verlust

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher will sich "bis Mitte des Jahres" entscheiden, ob er seine Karriere über 2006 hinaus fortsetzen wird. Zwei Monate vor Beginn der neuen Saison nannte der Rennfahrer in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL die Kriterien für seine Entscheidung: "Das Auto muss konkurrenzfähig sein", sagt der 37-jährige Ferrari-Pilot. "Wenn ich nicht einmal eine Chance habe, Rennen zu gewinnen und um den Titel zu kämpfen, glaube ich nicht, dass ich große Lust verspüre, meine Karriere fortzusetzen." Außerdem verlangt er von Ferrari, das Team zu vergrößern. "Wenn wir den Fortschritt wollen, brauchen wir zusätzliche Leute. In der Formel 1 kann man sich Stillstand nicht leisten. Ich will wissen: Wo geht bei Ferrari die Reise hin?" Nach dem Verlust des WM-Titels an den spanischen Renault-Piloten Fernando Alonso (24) übt Schumacher gegenüber dem SPIEGEL Selbstkritik. Er habe "Fehler" gemacht, "die ich mir nicht hätte gestatten dürfen. Nach all den Erfolgen schleichen sich Nachlässigkeiten ein, vieles will man mit Routine erledigen". Als Konsequenz sei er gleich nach dem Ende der vorigen Saison wieder in sein Fitnessstudio gegangen, um zu trainieren. "Im Moment brenne ich aufs Fahren wie schon lange nicht mehr", sagt Schumacher, der Mitte Dezember zum ersten Mal seit einigen Jahren sogar seinen Winterurlaub unterbrochen hat, um für Ferrari zu testen: "Ich habe nicht das Gefühl, mir die Pause verdient zu haben." Die Saison 2005, die Schumacher mit nur einem Grand-Prix-Sieg als WM-Dritter beendet hat und in der Ferrari erstmals seit 1999 die Konstrukteurswertung nicht gewann, sieht der Deutsche als "katastrophal gelaufen" an. "Es hat in der Tat bis zum Saisonende gedauert, die Aerodynamik unseres Autos zu verstehen. Manchmal war es wie verhext." Allerdings hätten "die Niederlagen jeden wachgerüttelt", so Schumacher im SPIEGEL: "Jeder will an alte Zeiten anknüpfen. Der Biss ist wieder da."