Senatorin plant einschneidende Schulreform
Die Hamburger Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (CDU) plant eine radikale Reform der Schulstruktur. Danach soll es in der Hansestadt nur noch zwei weiterführende Schulformen geben: Gymnasien und Stadtteilschulen. Bisherige Formen - Hauptschule, Realschule, Aufbaugymnasium und Gesamtschule - sollen abgeschafft werden. "Wir wollen die Schüler auf zwei Säulen verteilen", sagt Dinges-Dierig. Ein ähnliches Schulsystem gibt es etwa in Sachsen und Thüringen. "Bislang gehen alle Formen querbeet durcheinander, ohne dass die Schulen ein klares Profil haben. Die Eltern wissen nicht, wofür die Schule eigentlich steht, und die Schüler werden zwischen den unterschiedlichen Schulformen hin- und hergeschoben", sagt Dinges-Dierig. Im neuen System sollen die Gymnasien nach zwölf Jahren zum Abitur führen. An den Stadtteilschulen sollen die Kinder nach neun und zehn Jahren ihren Abschluss machen; auch das Abitur soll wohl dort möglich sein, dann aber nach 13 Jahren. Seit vergangener Woche tagt in der Hamburger Bildungsbehörde eine Expertengruppe zu dem Thema. In Angriff genommen werden soll die Reform bis 2010. Setzt sich Dinges-Dierig durch, wäre dies die größte Schulstrukturreform seit Einführung der Gesamtschule. Hamburgs Schüler hatten beim Pisa-Test bundesweit die größten Leistungsunterschiede gezeigt: Die besten fünf Prozent waren im Deutschlandvergleich vorn, aber ein sehr großer Anteil gehörte zu den schlechtesten Schülern.