Bundeswehr gibt mehr als eine Million Euro für unbrauchbare Krankentragen aus
Eine Rüge des Bundesrechnungshofs (BRH) hat das Verteidigungsministerium für den Kauf eines kostspieligen Systems zum Verwundetentransport per Hubschrauber kassiert. Die pro Stück rund 160000 Euro teuren Krankentragen - ausgestattet mit einem Untergestell auf Rädern und verschiedenen Anbauten wie etwa einem Beatmungsgerät - erwiesen sich als überschwere Fehlkonstruktion, wie die Prüfer monierten: Das Fahrgestell der Tragen sei "zu schwach für deren Gewicht", das System insgesamt so schwer, "dass es selbst durch vier männliche Personen auf unbefestigten Wegen und leicht abschüssigem asphaltiertem Gelände nicht zu handhaben" sei. Weil die gewichtigen Rettungsgeräte überdies "die zulässige Bodendruckbelastung in den Hubschraubern um ein Vielfaches überschritten", ließen sie sich auch für den eigentlichen Zweck - den Lufttransport von Verletzten bei den Einsätzen auf dem Balkan und am Hindukusch - nicht einsetzen. Insgesamt verpulverte das Heer etwa 1,3 Millionen Euro für die "Fehlbeschaffung" (BRH) von acht der unnützen Tragen, die nun teils als Not-betten in Lazaretten dienen, teils als "Reserve" in Depots eingemottet sind.