Dresdner Bank stärker in das NS-System verstrickt als bekannt
Die Dresdner Bank war weit stärker in das NS-System verstrickt als bisher bekannt. Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen historischen Untersuchung, die im kommenden Monat publiziert werden soll. Wie die Wissenschaftler um den Zeithistoriker Klaus-Dietmar Henke herausgefunden haben, war das Geldinstitut Großaktionär einer Firma, die das Vernichtungslager Auschwitz mitgebaut hat. Die Huta, eines der führenden Hoch- und Tiefbauunternehmen der NS-Zeit, errichtete mindestens zwei der Krematorien für die industrielle Menschenvernichtung, außerdem Wirtschafts-, Wohn- und Entlausungsbaracken. Seit 1910 stellte die Dresdner Bank immer wieder den Vorsitzenden des Huta-Aufsichtsrats. Bankchef Herbert Walter sagt zu den neuen Erkenntnissen, dass die NS-Geschichte des Unternehmens nun "in einem überaus kritischen Licht" erscheine. "Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen."