Iran bietet neue Verhandlungen an - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Iran bietet neue Verhandlungen an

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Neue Bewegung im Atomstreit mit Iran: Außenminister Frank-Walter Steinmeier bekam nach SPIEGEL-Informationen eine Botschaft der iranischen Regierung übermittelt, wonach diese bereit sei, über das russische Angebot einer gemeinsamen Uran-Anreicherungsanlage zu verhandeln. Eine Bedingung der Iraner sei es, dass China an diesem Joint Venture ebenfalls beteiligt werde. Russland hatte vorgeschlagen, die Uran-Anreicherung, bei der atomwaffenfähiges Marterial entsteht, außerhalb Irans auf russischem Boden in einem Gemeinschaftsunternehmen zu betreiben. So könnte Iran seine zivilen Nuklearpläne verwirklichen und gleichzeitig die westlichen Befürchtungen einer militärischen Nutzung zerstreuen. Die russische Initiative war von Iran zunächst abgelehnt worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in vertraulichen, bisher nicht bekannten Telefonaten mit US-Präsident George Bush und Uno-Generelsekretär Kofi Annan, die beide in dieser Woche geführt wurden, für eine Verhandlungslösung unter Beteiligung der Russen geworben. Die Botschaft der iranischen Regierung und die vertraulichen Merkel-Telefonate wurden dem SPIEGEL aus hochrangigen Regierungskreisen bestätigt.