Bahn-Umzug: Mehdorn räumt persönliche Fehler ein - DER SPIEGEL
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Bahn-Umzug Mehdorn räumt persönliche Fehler ein

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat erstmals Fehler bei den Verhandlungen um den geplanten Umzug von Berlin nach Hamburg eingestanden. Er zeigte sich überrascht von der schnellen Wendung, mit denen die Gespräche mit der Hansestadt endeten.
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Hamburg - "Hier hätten wir besser kommunizieren müssen", sagte er dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL in Hamburg. "Ich war wie wohl alle überrascht und betroffen, welche schnelle Wendung unsere Gespräche mit Hamburg genommen haben", sagt er weiter. "Asche auf mein Haupt", fügte er hinzu.

Zugleich schloss er nicht aus, dass man mit Hamburg "mal wieder ins Gespräch kommen" könne. Genauso könne er sich vorstellen, dass "wir auch in anderen Hafenstädten noch interessante Optionen finden. Wir müssen uns dort engagieren, wo der Verkehr anfällt", sagte er dem Blatt weiter.

Mehdorn rechnet damit, dass die Bundesregierung Teile der Deutschen Bahn AG schon Ende 2007 an die Börse bringen könnte. Zugleich wies er im SPIEGEL-Gespräch Forderungen des Bundesrechnungshofs nach einer Aufspaltung des Konzerns ebenso zurück wie den Vorwurf der Kontrolleure, der Konzern schöne seine Bilanzen. "Da werden abenteuerliche Behauptungen aufgestellt. Mir war auch neu, dass der Bundesrechnungshof zuständig ist, wenn es um strategische Fragen des weltweiten Logistikgeschäfts geht", fügte er hinzu.

Unterdessen forderten die Grünen den Bahnchef auf, seinen Widerstand gegen die Abtrennung des 35.000 Kilometer langen Gleisnetzes aufzugeben. "Die Entscheidung ist so grundsätzlich und weit reichend, dass es nicht an der Präferenz des aktuellen Vorstandsvorsitzenden scheitern kann", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Winfried Hermann, der "Netzeitung". Der 65-jährige Mehdorn werde "schon lange nicht mehr Chef der Bahn sein, wenn es so richtig ans Laufen kommt".

Ob die Bahn das Streckennetz behalten darf, gilt als zentrale Streitfrage beim geplanten Börsengang. Für den Fall einer "Zerschlagung" des Konzerns hatte die Bahngewerkschaft Transnet vor wenigen Tagen bereits mit Streiks während der Fußball- Weltmeisterschaft gedroht. Hermann nannte diese Ankündigung "ziemlich dümmlich" und warf der Gewerkschaft vor, sie überschreite "in einer unglaublich dreisten Weise ihre Kompetenzen, wenn sie versucht, die Entscheidung des Bundestages durch einen Streik zu beeinflussen".

Das Datum des Börsengangs ist allerdings noch unklar. Während Mehdorn damit rechnet, Teile der Bahn AG schon Ende 2007 an die Börse bringen zu können, nannte Hermann als frühesten Zeitpunkt 2008 oder 2009. Gleichzeitig warnte er die Bundesregierung vor einem Alleingang in dieser Frage. "Es wäre gut, wenn eine Entscheidung getroffen wird, mit der alle leben können."