USA kontaktierten Deutsche während der Entführung el-Masris
In der Affäre um die Zusammenarbeit deutscher Sicherheitsbehörden mit dem USGeheimdienst CIA werden die Bundestagsabgeordneten demnächst neue, pikante Details erfahren. Das Kanzleramt bereitet einen umfassenden Bericht über die umstrittenen Einsätze vor. Darin wird die Bundesregierung einräumen, dass es im Fall des von der CIA nach Afghanistan verschleppten Deutschen Khaled el-Masri offenbar bereits während der Entführung einen informellen Kontakt der Amerikaner zu deutschen Behörden gegeben hat. Im Mai 2004, während Masri nach eigenen Angaben noch in einem Geheimgefängnis in Afghanistan festgehalten wurde, kontaktierten zwei amerikanische Agenten die "Ermittlungsgruppe Donau" der bayerischen und baden-württembergischen Polizei, um sich über die islamistische Szene in Neu-Ulm zu informieren, in der Masri verkehrte. Ungeklärt bleibt weiterhin, wer die CIA auf Masri hinwies. Die Amerikaner flogen ihn Anfang 2004 nach Afghanistan, wo er nach eigener Aussage auch von einem Deutschen mit dem Decknamen "Sam" verhört wurde. Das Bundeskriminalamt schließt nach der Prüfung interner Dienstkalender mittlerweile aus, dass es sich dabei um einen BKA-Beamten gehandelt habe. Unterdessen hat der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) sich hinter den BND gestellt. Auch die umstrittene Vernehmung des Deutsch-Syrers Mohammed Haydar Zammar durch deutsche Beamte im November 2002 in einem Gefängnis des syrischen Geheimdienstes in Damaskus halte er nach wie vor grundsätzlich für richtig, so Fischer am vergangenen Freitag intern.