Führte Anweisung des A380-Chefingenieurs zu Tragflächenrissen?
Eine am 15. April 2002 ergangene Anweisung zur Anwendung von Design-Faktoren ("Application of Design Factors") des A380-Chefingenieurs Robert Lafontan steht möglicherweise in direktem Zusammenhang mit den Rissbildungen in den Tragflächen des Superjumbos. Angesichts "gravierender Gewichtsprobleme" des Großraumflugzeugs hatte Lafontan verfügt, auch bei den Tragflächen Einsparungen zu erbringen. Im Bereich der Außenhaut ("wing skin") und der inneren Flügelstrukturen ("wing ribs"), so die Lafontan-Vorgabe, seien bestimmte Werte für das Tragflächendesign um ein Prozent zu reduzieren. Das führte möglicherweise zu einer Schwächung der Flügelstruktur. Als sich am Dienstag vergangener Woche bei hoher Biegelast Risse in den rund 80 Meter weit ausladenen Flächen bildeten, verfehlten die Airbus-Ingenieure ihr angestrebtes Ziel nur knapp. Wie bei Passagierjets üblich, sollte die Tragfläche dem Eineinhalbfachen der für einen Flug normalen Belastung widerstehen. Die Flügel rissen knapp unterhalb der 1,5-Marke beim 1,45fachen der Maximallast. Damit, so das Unternehmen, sei der "ultimative Lastwert" nahezu erreicht worden. Airbus "bestreitet", so ein Sprecher, dass es "einen direkten Zusammenhang" zwischen den Lafontan-Anweisungen und den nun aufgetretenen Lastrissen gibt.