Ehemaliges Passagierschiff "France" weit größere Asbest- Schleuder als Alt-Flugzeugträger "Clemenceau"
Nach der gescheiterten Demontage des französischen Flugzeugträgers "Clemenceau" auf einer indischen Abwrackwerft sorgt ein neuer Fall für Aufregung. Das ehemalige Luxus-Passagierschiff "France", das zuletzt als "Norway" in Bremerhaven und Malaysia lag, soll nach Plänen des malaysischen Eigentümers Star Cruises in Bangladesch verschrottet werden. Die Umwelt- und Gesundheitsbedingungen in den dortigen Werften haben laut der Internationalen Arbeitsorganisation einen geringen Standard. Das Anfang der sechziger Jahre gebaute Schiff enthält rund 1000 Tonnen Asbest, ein Vielfaches der Menge, die auf dem Alt-Flugzeugträger "Clemenceau" verbaut wurde. Wegen der gescheiterten Entsorgung von zuletzt rund 45 Tonnen "Clemenceau"- Asbest in Indien gerät die Umweltorganisation Greenpeace in die Kritik. Greenpeace habe "ein umweltgerechtes Schiffsrecycling torpediert und eine große Chance vertan", sagt der Geschäftsführer der Hamburger Fachfirma Eckhardt Marine, Günther Werle, die im Auftrag der französischen Regierung die Verschrottung der "Clemenceau" übernommen hatte. Um das gefährliche Asbest zu entfernen, waren nach Werles Angaben entsprechende Luftschleusen, Sicherheitseinrichtungen und geschultes Fachpersonal für die indische Abwrackwerft vorgesehen.