Platzeck wirft Union Unredlichkeit vor
Matthias Platzeck hat dem Koalitionspartner Unredlichkeit vorgeworfen. In einem SPIEGEL-Gespräch sagte der SPD-Vorsitzende, er beobachte, "dass einige in der Union aus wahltaktischen Gründen den Eindruck einer Sozialdemokratisierung erwecken wollen". Er habe noch eine Wahlkampfrede von Frau Merkel im September im Ohr: "Wenn Sie die vergleichen mit einigen Reden, die auf dem Grundwertekongress der CDU fünf Monate später gehalten wurden, dann erkennen Sie da, ich sags jetzt mal sehr vorsichtig: gravierende Differenzen. Bei der Union sind offenbar viele der Ansicht, was geht mich mein Geschwätz von gestern an." Angesichts der schlechten Umfragewerte der SPD rief Platzeck die eigene Partei zu Gelassenheit auf: "Hier arbeitet doch unbestreitbar eine Regierung auf der Grundlage eines sozialdemokratisch gefärbten Koalitionsprogramms. Dafür haben wir im Wahlkampf geworben. Jetzt muss es erfolgreich umgesetzt und kommuniziert werden."