Heros-Pleite hat sich lange angekündigt - DER SPIEGEL
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Heros-Pleite hat sich lange angekündigt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Den spektakulären Zusammenbruch der Heros-Gruppe haben Branchenkenner schon lange erwartet. Nach einer internen Untersuchung stieg die Drogeriekette Schlecker bereits vor einem Jahr aus den Verträgen mit dem Geldtransportunternehmen aus, "nachdem es um einen Tag verzögerte Zahlungseingänge gegeben hatte", wie ein Firmensprecher bestätigte. Zwölf Monate später folgte auch die Discountkette Lidl. Der Branchenkenner und Versicherungsmakler Bernd Schäfer warnte, für Insider verständlich, gar schon 2003 vor krummen Geschäften des Geldtransport- Unternehmens. Er veröffentlichte im Branchendienst "CD Sicherheits- Management" eine angeblich fiktive Geschichte über "einen heroischen Fuhrmann, der die Preiswelt neu erfand und deren Schwerkraftgesetze aus der Welt schaffen wollte".

In dem Märchen war von nervös gewordenen Kaufleuten "mit sensiblen, langen Bankenohren" die Rede, die begonnen hätten, ihre transportierten Gelder zu prüfen. "Sollten tatsächlich Gelder verschwunden sein?", schrieb der Versicherungsmann. Heros hatte in den neunziger Jahren einen ruinösen Wettbewerb in der Branche angezettelt, an dem es letztlich selbst zu Grunde ging. Die Betrügereien begannen nach Erkenntnissen der Sonderkommission "Money" vom Landeskriminalamt Düsseldorf etwa zur selben Zeit. Damals sei ein Kredit über 1,5 Millionen Mark mit Kundengeldern bedient worden. Später habe die Unternehmensführung von der Bundesbank, wo es die Einnahmen der Kunden sammelte, große Beträge aufs eigene Konto überwiesen. Dieses Geld sei als Einnahme bei Heros verbucht worden, allein im vergangenen Jahr mehr als 50 Millionen Euro. Dafür habe Heros fiktive Rechnungen geschrieben und die Einnahmen sogar versteuert. So habe Heros große Gewinne ausgewiesen, obwohl das Unternehmen längst zahlungsunfähig gewesen sei.