ProSiebenSat.1-Chef de Posch kündigt Akquisitionen an
Nach der Übernahme von Neun Live im vergangenen Jahr will der Münchner TV-Konzern ProSiebenSat.1 offenbar auch 2006 auf Einkaufstour gehen: In den nächsten sechs Monaten werden wir schauen, wo wir eventuell investieren können, sagte Vorstandschef Guillaume de Posch in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Auch weitere Zukäufe schließe ich nicht aus. Er sei zum Beispiel davon überzeugt, dass wir uns weiter auf den Online-Bereich konzentrieren müssen. Sollte die Firma Arena, neuer Besitzer der Fußball-Bundesligarechte, für den Herbst Rechte verkaufen, will auch de Posch ein Angebot abgeben. ProSiebenSat.1 hat fürs vergangene Jahr gerade einen Rekordgewinn von 221 Millionen Euro verkündet trotz des monatelangen Hickhacks um einen Verkauf der Senderfamilie an die Axel Springer AG. Es waren schwere und wilde Monate, bilanzierte de Posch gegenüber dem SPIEGEL. Sein Vorstand habe knapp die Hälfte seiner Zeit in die mögliche Transaktion investieren müssen. Aber sein Konzern habe bewiesen: Wir schaffens auch allein. Bei den fünf Sendern des Konzerns gebe es zurzeit nur bei ProSieben einige Baustellen. Dort brauche man künftig auch mehr Ideen, etwa im Comedy-Bereich. Mit Heidi Klums umstrittener Show Germanys next Topmodel zeigte sich de Posch bislang zufrieden, auch wenn ich noch höhere Quoten erwartet hätte angesichts des öffentlichen Echos.