Stahl-Milliardär Mittal fordert Arcelor zu Verhandlungen auf - DER SPIEGEL
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Stahl-Milliardär Mittal fordert Arcelor zu Verhandlungen auf

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Der indische Stahlunternehmer Lakshmi Mittal, 55, hat seinen Arcelor-Konkurrenten Guy Dollé in einem exklusiven SPIEGEL-Interview aufgefordert, eine "friedliche Lösung" des milliardenschweren Übernahmepokers anzustreben. Er "wäre jederzeit bereit", so Mittal, sich mit dem Arcelor-Chef zu treffen, "weil mir eine freundliche Übernahme lieber wäre als eine feindliche". Auf die bisherigen Gesprächsangebote sei Dollé jedoch nicht eingegangen. "Ich bekam noch keine Antwort von ihm", so der Stahl-Milliardär im SPIEGEL-Gespräch. Wenige Tage vor der erwarteten Genehmigung seines Übernahmeangebotes bekräftigte Mittal, dass er sein Angebot für den luxemburgischen Stahlkonzern Arcelor von knapp 19 Milliarden Euro nicht nachbessern wolle. "Wir sind überzeugt, ein gutes Angebot vorgelegt zu haben und planen keine Änderungen." Mittal zeigte sich zuversichtlich, die "Mehrheit der Aktionäre" für die Übernahme von Arcelor gewinnen zu können. "Schon mit der Ankündigung des Deals haben wir ja enorme Werte geschaffen. Unsere Offerte ließ den Arcelor-Wert um rund sieben Milliarden Euro anschwellen." Der Stahlmanager warnte zugleich davor, dass Arcelor-Großaktionär Luxemburg noch ein Gesetz erlässt, das ihm die Übernahme unmöglich machen würde. Er könne sich "nicht vorstellen, dass Luxemburg mit so einem Gesetz die komplette Finanzwelt verwirren oder gar enttäuschen möchte". Mittal zeigte sich gegenüber dem SPIEGEL zudem enttäuscht, dass sein Übernahmeplan in manchen betroffenen Ländern protektionistische Reaktionen und bei einigen Medien und Unternehmern sogar persönliche Angriffe auf seine Person hervorgerufen habe. "Hier sollen zwei Konzerne zu einem europäischen Champion mit globalem Anspruch verschmolzen werden, nicht mehr, nicht weniger. Ich kann nicht erkennen, dass das dem europäischen Geist widerspricht." Mittal schloss im SPIEGEL-Gespräch nicht mehr kategorisch aus, dass seine Familie die Aktienmehrheit eines fusionierten Stahlkonzerns in Zukunft doch noch abgeben könnte. "Bedingung dieser Transaktion ist, dass wir 50,1 Prozent behalten. Das ist die heutige Position der Familie. Ich kann aber nicht für alle Zukunft sprechen."