Calmund soll dubiose Rechnungen vorgelegt haben
In der Finanzaffäre um Reiner Calmund könnten demnächst auch die Verbindungen des Ex-Fußballmanagers von Bayer 04 Leverkusen zu dem südamerikanischen Spielervermittler Juan Figer ein Thema werden. Hintergrund ist die Stellungnahme des Bayer- Anwalts Walther Graf vom 9. März. Ausweislich dieses zwölfseitigen Schreibens soll Calmund im Sommer 2003 seinem Mitgeschäftsführer Wolfgang Holzhäuser mehrere "dubiose Rechnungen des Spielervermittlers Juan Figer" vorgelegt haben. In den Schreiben soll es um "angebliche Provisionen für die Vermittlung der Spieler Juan, Ze Roberto und Ponte" gegangen sein, die für Holzhäuser "nicht nachvollziehbar" gewesen seien. So habe Juan zu diesem Zeitpunkt bereits über eine Saison bei Bayer gespielt, Ze Roberto war schon zu Beginn der Saison 2002/2003 zu Bayern München weitergezogen. Und mit Ponte, der zwischenzeitlich nach Wolfsburg ausgeliehen war, habe es bereits einen Rückkehrvertrag gegeben. Laut dem Bayer-Papier verschwanden die Originalrechnungen wieder aus dem Büro von Holzhäuser, nachdem dieser Calmund über seine Bedenken unterrichtet habe. Calmunds Anwalt Stefan Seitz teilte dem SPIEGEL mit, sein Mandant habe "zu den unzutreffenden Erklärungen von Herrn Holzhäuser gegenüber der Staatsanwaltschaft bei seiner Vernehmung bereits Stellung genommen".