Müntefering stoppt Reformen bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Müntefering stoppt Reformen bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering hat den Chef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, bei einem wichtigen Reformprojekt zurückgepfiffen. Die Behörde wollte den Aufbau ihrer 178 Arbeitsagenturen neu ordnen, nachdem sie im Zuge der Hartz-IV-Reform zahlreiche Aufgaben an die neuen Jobcenter zur Verwaltung des Arbeitslosengeldes II verloren hatte. Um den Aderlass auszugleichen, hatte Weise Berechnungen erstellen lassen, nach denen kleinere Geschäftsstellen geschlossen, Agenturbezirke neu zugeschnitten und die Führungsstrukturen der Behörde gestrafft werden sollten. Nachdem die Chefs einiger Regionalagenturen sowie Abgeordnete der Koalitionsfraktionen dagegen protestiert hatten, schaltete sich kürzlich Münteferings Ministerium ein. Nun wird die Reform deutlich abgespeckt. Zwar sollen in vielen Bezirken sogenannte Verwaltungsverbünde zwischen mehreren Agenturen gebildet werden, wie es in einer internen Vorlage für den Agentur-Verwaltungsrat heißt. Zugleich solle jedoch "die Dienststellenstruktur über alle Ebenen beibehalten" werden. In der Folge wird die Behörde deutlich weniger Personal einsparen als geplant. Statt der ursprünglich 800 Stellen sollen nun ab 2007 lediglich 300 bis 400 Stellen wegfallen.