Telekom zweifelt Bundesliga-Ausschreibung an
Im Streit um die Frage, wer ab Herbst auf welchen Wegen Bundesligabilder übertragen darf, wurde der Ton zwischen Telekom und Deutscher Fußball Liga (DFL) zuletzt immer rauer. Wie zerrüttet die Beziehungen vor einem neuerlichen Spitzengespräch am Donnerstag waren, zeigt ein Brandbrief an DFL-Chef Christian Seifert. Hintergrund: Die Telekom hat die Internet-TV-Live-Rechte (IP-TV) erworben. De facto könnte das Signal aber auch mit TV-Geräten empfangen werden. Weil die Telekom nicht über eine Sendelizenz verfügt, würde sie gern mit dem bisherigen Rechteinhaber Premiere zusammenarbeiten. Prominente Ligavertreter haben betont, es werde neben Arena kein zweites Pay-Angebot geben, die Rechtesituation lasse das auch nicht zu. "Das Gegenteil ist der Fall", so die Vorstände Walter Raiz-ner (Telekom) und Burkhard Graßmann (T-Online) in dem Schreiben. "Wir können diese öffentliche Beschränkung der von uns erworbenen Rechte nicht hinnehmen." Die Telekom- Leute werfen der Liga vor, eine "Pressekampagne" lanciert zu haben: "Wir sind über dieses Vorgehen des Ligaverbands und der DFL empört." Der Brief endet mit düsteren Anspielungen: "Wir sind inzwischen darüber unterrichtet, dass das Ausschreibungsverfahren nicht in jeder Hinsicht rechtlich einwandfrei abgelaufen ist." So seien Bietergemeinschaften vorab "ausgeschlossen" gewesen. Der Telekom lägen aber "Informationen dazu vor", dass die Liga eine Bietergemeinschaft "ausdrücklich zugelassen" habe. "Dieser Vorwurf ist absolut absurd und juristisch nicht einmal im Ansatz haltbar", kontert DFL-Sprecher Tom Bender.