Bis zu 900 Deutsche Soldaten in den Kongo? - DER SPIEGEL
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Bis zu 900 Deutsche Soldaten in den Kongo?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Kongo-Mission der EU droht umfangreicher und gefährlicher zu werden als angenommen. Bisher sahen die öffentlichen Vorgaben der Bundesregierung einen begrenzten Einsatz von bis zu 1500 Soldaten vor, davon 450 bis 500 aus Deutschland. Einschließlich einer "strategischen Reserve" kalkulieren Brüsseler Militärplaner intern aber mit bis zu 3000 Mann, davon bis zu 900 von der Bundeswehr. Auch Aufgaben und Operationsgebiet weiten sich aus. Bislang hieß es, eine Präsenz in der Hauptstadt Kinshasa reiche aus, um demokratische Wahlen zu sichern. Doch laut Uno-Sicherheitsratsmandat vom vergangenen Dienstag soll die EU-Mission die rund 17000 Mann starke Uno-Friedenstruppe ("Monuc") überall im Land "unterstützen" – nicht nur in der Hauptstadt. Ganz allgemein und wo immer nötig sollten die EU-Soldaten Zivilisten und "Personen in Gefahr" schützen und in Sicherheit bringen. Der "nationale Vorbehalt" der Deutschen ist nur noch eine Art Fußnote im derzeit unter Führung von General Karlheinz Viereck und einem französischem Kollegen entstehenden Konzept der EU-Militärs. Im Ernstfall, sagen Experten, sei die Einschränkung kaum zu halten, da die Deutschen bedrängte Kameraden im Stich lassen müssten. Den Plan sollen die EU-Minister am 15. Mai beraten. Da die Wahl im Kongo auf die zweite Julihälfte verschoben wird, dürften sich Kabinett und Bundestag frühestens Ende Mai mit dem heiklen Einsatz befassen.