Ex-Deutsche-Bank-Chef Abs wusste von geheimem KZ
Der frühere Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Hermann Josef Abs kollaborierte in bisher nicht bekanntem Ausmaß mit dem Nazi-Regime. Das geht aus neuen Unterlagen hervor, aus denen das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach war Abs Aufsichtsratschef der Mechanik GmbH Rochlitz, die ab Herbst 1944 in der Nähe von Leipzig bisher weitgehend unbekannte KZ-Außenlager betrieb. Teile der Produktion kriegswichtiger Güter wurden in ein geheimes Untergrund-KZ verlagert, in dem über 1000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge arbeiteten, die kurz vor der Befreiung durch US-Soldaten auf Todesmärsche geschickt wurden. Nach Durchsicht der vom SPIEGEL vorgelegten, bisher unbekannten Dokumente ist der Historiker Christopher Kopper sicher, "dass Abs von diesen KZs gewusst haben muss". Als äußerst aktiver Aufsichtsratschef sei Abs über alle wichtigen Details der Firma informiert gewesen, meint der Sohn von Hilmar Kopper, dem früheren Vorstandssprecher der Deutschen Bank.